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instabile strukturen

Alle Strukturen sind instabil

instabile strukturen

Wie auch immer die Form eines Egos aussehen mag, der unbewusste Antrieb dahinter besteht darin das Bild von dem zu stärken, was mein Ego dafür hält. Als das Denken zu übernehmen begann und die einfache aber tiefe Freude mit der Verbundenheit des Seins, der Quelle zu Gott verdunkelte, ist das „Phantom-Selbst“ entstanden. Das menschliche Denken, großer Segen und großer Fluch zugleich.

Welches Verhalten das Ego auch immer darzustellen vermag, die verborgene motivierende Kraft dahinter ist immer die gleiche: das Bedürfnis sich hervorzuheben, besonders zu sein, die Kontrolle zu behalten, das Bedürfnis nach Macht, nach Aufmerksamkeit, nach mehr. Genauso natürlich auch das Bedürfnis Trennung zu empfinden, Opposition zu gestalten, Feinde zu bezeichnen.

Das Ego will immer etwas von anderen Menschen, Wesen oder Situationen. Es gibt immer eine versteckte Absicht, immer ein Gefühl von "noch nicht genug", von Unzulänglichkeit und Mangel, das es fast zwanghaft zu füllen gilt. Es benutzt Menschen und Situationen um das zu bekommen was es will und selbst wenn es erfolgreich ist, ist es nicht gut genug, nicht ausreichend, nie zufriedenstellend.

Meistens wird das Ego in seinen Zielen behindert und die Kluft zwischen "Ich will" und "Was ist" zu einer ständigen Quelle von Verärgerung und Qualen: Wenn die Stones singen "I Can't Get No Satisfaction", ist das der Gesang des Egos. Angst die zugrunde liegende Emotion, welche die gesamte Aktivität des Egos bestimmt. Angst davor niemand zu sein, die Angst vor der Nicht-Existenz, Angst vor dem Tod. Alle diese Aktivitäten sind letztendlich darauf ausgerichtet diese Angst zu beseitigen. Das Beste also was das Ego je tun kann um diese Angst zu verdrängen und zu vertuschen, sind vorübergehende intime Beziehungen herzustellen, sich einen neuen Besitz zu verschaffen, Reisen zu unternehmen oder dem Gewinnen von diesem oder jenem hinterher zu rennen.

Diese Illusion wird Dich niemals befriedigen können.

Nur die Wahrheit davon wer du wirklich gegenwärtig bist wird dich befreien, wenn du von Dir erkannt wirst. Wovor also Angst? Das Ego entsteht durch die Identifikation mit der Form. Tief im Inneren weiß es, dass keine Formen dauerhaft sind, dass alle Formen und Strukturen vergänglich sind. So gibt es immer ein Gefühl der Unsicherheit um das Ego herum, auch wenn es von außen selbstbewusst erscheint.

Als ich einst mit einem Freund durch ein wunderschönes Naturschutzgebiet in der Nähe von Übersee am schönen Chiemsee spazierte, stießen wir auf die Ruine eines ehemaligen Bauernhauses, das vor einigen Jahrzehnten durch einen Brand zerstört worden ist. Als wir uns dem Grundstück näherten, das lange mit Bäumen und allerlei prächtigen Pflanzen bewachsen war, gab es ein vom Forstwirtschaftsamt angebrachtes Schild, am Rande des Weges der dort angelegt gewesen ist:

GEFAHR. ALLE STRUKTUREN SIND INSTABIL.

Ich sagte zu meinem Freund: "Das ist ein tiefes Sutra[heilige Schrift]." Und wir standen in Ehrfurcht da. Sobald du erkannt und akzeptiert hast, dass alle Strukturen (Formen) instabil sind, selbst die scheinbar festen materiellen, entsteht Frieden in Dir. Dies liegt daran, dass die Erkenntnis der Unbeständigkeit aller Formen in Dir selbst die Dimension des Formlosen erweckt, gleich der Dimension des Jenseits des Todes. Jesus nannte es „ewiges Leben“.

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